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Bericht über die Beiratssitzung am 23. Juni 2016

 

Beirat stimmt dem Stuttgarter Ergebnissen zu

 

Einstimmig haben 17 Vertreter der beiden wp.net-Listen und 17 Vertreter der sieben "Vorstandslisten" die Berufssatzung und die Satzung für QK verabschiedet. Nach dem Stuttgarter Kompromiss wurden noch einige redaktionelle Korrekturen vorgenommen, so zum Beispiel die Klarstellung, dass die Auftragsnachschau zwar nicht alle Jahre stattfindet, dass aber bei mehrjährigem Turnus über jedes Jahr einzeln zu berichten ist.

 

Welche Erfolge brachte der große Einsatz von wp.net?

 

Neue Berufssatzung für WPs und  vBPs

 

Das Monopol der IDW-PS als Standardsetter bekommt endlich Konkurrenz. Die ISAs, bereits in 25 der 28 EU-Staaten eingeführt, stehen nun auch in der Berufssatzung (§ 8 II). Es liegt nun am Berufsstand selbst, die neue Realität aufzugreifen und zu unterstützen.

 

wp.net lädt Sie ein,  an einem ISA-Seminar/Workshop von Dr. Wittsiepe bundesweit ab dem 12.07.2016 teilzunehmen. Dr. Wittsiepe startet in Frankfurt, einen Tag später geht es in Stuttgart weiter.

 

Bei der Berichtskritik wird die Regel-Ausnahmevorgabe umgedreht (§ 48 BS). Nun wird endlich das die neue Regel, was der gewissenhafte Berufsträger schon immer getan hat. Er legt bei der Auftragsannahme fest, welche Maßnahmen aus dem Katalog der Qualitätssicherung für die Prüfung erforderlich sind.

 

Die Nachschau kann nun durch Selbstvergewisserung durchgeführt werden, wenn keine persönlich oder fachlich geeignete Person in der Kanzlei zur Verfügung steht. Schluss mit den umfangreichen Begründungen und nur in ganz extremen  Ausnahmesituationen.

 

Freiberufliche WPs/vBPs bekommen neue Chance

 

Die Mehrheit des WP/vBP-Berufsstands übt ihren Beruf entsprechend dem Grundfall in der WPO in einer Einzelpraxis aus. Das in der Vorgängerversion und von der APAK (nun APAS) immer noch geforderte Vier-Augenprinzip ist aus der Berufssatzung verschwunden. Dazu wurde in § 51 Abs. 2 eine klare Skalierung für das QSS geschaffen. Diese ist nicht mehr zu vergleichen mit der alten, eher oberflächlichen und damit in der Praxis unbrauchbaren Skalierungsvorgabe des § 24b BS aus 2012.

 

Satzung für Qualitätskontrolle

 

Die klaren Regelungen für die Prüfung des QSS bei kleinen und mittleren Praxen haben wir nun konkret in § 51 Abs. 2 der Berufssatzung verankert. Damit wurde die VO 1 /2006 insoweit übernommen, dass bei einfachen organisatorischen Strukturen und geringer Aufgabendelegation über die Dokumentation die Einhaltung der Berufspflichten erbracht werden kann. Bei der Verwendung eines standardisierten QSHB sind die Dateien, die anwendbar sind, zu kennzeichnen.

 

Unsere Forderungen nach praktikablen Skalierungsvorgaben des QSS wurden in die SfQK übernommen. Dazu wurde die Verhältnismäßigkeit der Qualitätskontrolle in vielen Paragrafen verankert. Die EU-rechtswidrigen großen Verschärfungen durch den CDU/CSU/SPD-Gesetzgeber konnten wir leider nicht wieder zurückdrehen.

 

Eine der Verschärfung wider EU-Recht ist die neue Aufsicht über die Prüfer für Qualitätskontrolle durch die KfQK. Hier hat sich im Gesetzgebungsverfahren nach unserer Kenntnis weder das IDW, noch der Steuerberaterverband (stellen die sog. Herzig-Liste im Beirat und  Vorstand  der WPK) dagegen gestellt. Auch deswegen bekommen wir diese neue Überwachung des PfQK, die von der EU nicht vorgesehen ist und unseres Wissens nach auch ziemlich einmalig in Europa ist.

 

Hinsichtlich der Teilnahme der Kommission für QK hat sich der Beirat unserer Forderung angeschlossen, diese Teilnahme in der Regel auf die Schlussbesprechung durch ein Mitglied der KfQK zu beschränken.

 

Bei derGerechtigkeit bei der Stichprobenauswahl bei der Qualitätskontrolle (QK) bleiben wir am Ball. Die Entlastung  der Big4 bei der QK können wir nicht nachvollziehen. Wir hoffen, dass der Vorstand dabei bleibt und Wort hält, von seinem Vorschlagsrecht dahingehend Gebrauch zu machen, dass zwei Qualitätskontrollprüfer, die unser Vertrauen haben, dem Beirat zur Wahl in die KfQK vorzuschlagen. Diese Einbeziehung war für uns für die Zustimmung zur SfQK maßgeblich. Die Wahl durch den Beirat  könnte in der Dezembersitzung des Beirats vorgenommen werden.

 

Auf der Basis von APAReG und AReG war nach unserer Einschätzung nicht mehr zu schaffen. Für mehr Liberalisierung in der Abschlussprüfung hätte der WP/vBP-Berufsstand sich mehr durch Mitgliedschaften bei wp.net stärker engagieren müssen. Dies hätte nach nach unserer Kenntnis bestimmt Eindruck beim Gesetzgeber gemacht.

 

Wir gehen davon aus, dass von Seiten der Rechtsaufsichtsaufsicht keine Einwendungen gegen die beschlossenen Satzungen kommen werden. 

 


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